Berlin - Viel Rummel, wenig Hoffnung

    • Bucht für alle / Berlin
    • Berlin - Viel Rummel, wenig Hoffnung

      Von den Hochglanz-Visionen der Coral-World-Betreiber ist an der Rummelsburger Bucht noch immer nicht viel zu spüren. Statt exotischer Fische, gläserner Tunnel und Touri-Massen haben auf der Brache zwischen Ostkreuz und Rummelsburger See vor allem Obdachlose Zuflucht gefunden, die dem nahenden Baubeginn mit Sorge entgegenblicken.

      Obwohl mit dem Beschluss des umstrittenen Bebauungsplans XVII-4 „Ostkreuz“ im April die letzte große politische Hürde für die Neugestaltung des letzten noch unentwickelten Uferstücks des Rummelsburger Sees genommen wurde, bedeutet das nicht, dass bald Ruhe in die Bucht einkehren wird. Denn an kaum einem anderen Ort in Berlin treten so viele stadtpolitische Konflikte offen zutage wie hier.

      Die Besetzer*innen nutzten die Zeit, um die ursprünglich als symbolische Aktion gegen den B-Plan, Gentrifizierung und Verdrängung linker Projekte geplante Besetzung auszubauen. Neben grundlegenden Strukturen wie Toiletten und einer Küche öffneten die Be­set­zer*innen mit dem „Widerstrand“ einen Teil der Fläche für die Allgemeinheit. Auch ein „Ätschibätsch“ genanntes Baumhaus wurde von den Aktivist*innen errichtet.

      Die Bauarbeiten für Coral World sollen im Frühjahr beginnen, spätestens dann müssten alle hier weg. Im Gespräch seien Ersatzflächen, sogenannte Safe Places, auf denen die ­Menschen zeitweise legal unterkommen können. „Das Land ist bemüht, aber es gibt bisher keine ­Ergebnisse“, erklärt Jörg Richert von der Karuna Sozialgenossenschaft, die das Camp betreut.

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