Berlin - Syndikat muss geräumt werden

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      Ein Jahr lang kämpfte die Neuköllner Traditionskneipe „Syndikat“ aus dem Schillerkiez gegen die Kündigung und Räumung. Im Sommer 2018 hatte nach mehr als 33 Jahren die Kündigung im Briefkasten der Kneipe gelegen. Ohne Begründung – und ohne Verhandlungsoption, wie die „Syndikat“-Mitarbeiter der Berliner Morgenpost sagten. Doch der Kampf der Kneipenbesitzer war vergeblich. Das Landgericht urteilte am Dienstag: Die Kündigung der neuen Hauseigentümer „Firman Properties“ ist wirksam. Die Räumung der Bar damit vollstreckbar.

      Die Polizei war einer Sprecherin zufolge mit 140 bis 160 Einsatzkräften vorm Gericht. Es war im Vorfeld des Prozesses mit Ausschreitungen und Störaktionen gerechnet worden, wie zuletzt beim Prozess um die Räumung der besetzten Liebigstraße 34. Vor dem Landgericht wurden am Dienstagmorgen Absperrungen errichtet. Die Polizei kontrollierte jeden, der hinein wollte. Auch rund um das Gericht patrouillierten Einsatzbeamte. Protestler kamen allerdings nicht. Und auch das Urteil war schnell und störungsfrei verkündet worden.

      Kein neuer Mietvertrag – keine Schlüsselübergabe
      Die neuen Hausbesitzer hatten dem „Syndikat“-Kollektiv vergangenes Jahr gekündigt. Zum Jahresende sollte die Kneipe geräumt und übergeben werden. Doch das Kollektiv weigerte sich, kämpfte für den Fortbestand der Bar – und übergab nicht die Ladenschlüssel. Das „Syndikat“ wurde weiter betrieben, auch Miete wurde weiterhin gezahlt. Die „Firman Properties“ ist Teil der „Pears Global Real Estate“, eines sogenannter Global Player mit Sitz in London. Das Unternehmen hatte das „Syndikat“-Haus an der Weisestraße im Neuköllner Schillerkiez 2015 gekauft. Das britische Finanzmagazin „This is money“ schätzt das Vermögen der Immobiliengruppe auf rund sechs Milliarden Euro.


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