Einfamilienhaus in Berner Wohnquartier besetzt

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      Kaum ist das ehemalige Betagtenheim in Zollikofen geräumt, wurde erneut ein Gebäude besetzt. Diesmal in der Stadt Bern. Dahinter steckt ein Kollektiv namens «Rosa Bonheur».In der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober hat das Kollektiv «Rosa Bonheur» das Haus an der Bitziusstrasse 13 in Bern besetzt. Das ist in einer Mitteilung zu lesen, die am Freitagmorgen verschickt wurde.

      Auch in Bern ist ein weiteres Haus besetzt worden. An der Bitziusstrasse 13 ist in der Nacht auf Freitag das sogenannte Kollektiv «Rosa Bonheur» eingezogen, wie die Besetzer mitteilen. Das Haus ist ein Einfamilienhaus mit Garten in einem ruhigen Wohnquartier. Die Besetzer und Besetzerinnen wollen sich nach eigenen Angaben gegen «Luxussanierungen und überteuerte Betonbauten» wehren und das Quartier beleben. Darum laden sie am Wochenende zum gemeinsamen Essen und Gärtnern ein.

      Die Eigentümerin des Hauses, eine Privatperson, die in Bern lebt, wusste am Freitagmorgen noch nichts von der Besetzung. Sie widersprach auf Anfrage des «Bunds» der Behauptung der Besetzer, dass das Haus leer stehe. Es befänden sich dort persönliche Gegenstände, und das Haus werde unterhalten. Die Eigentümerin ist seit Mitte der 80er-Jahre in Besitz des Hauses. Die letzte Personen, die an der Adresse gemeldet waren, starb Anfang der 90er Jahre.
      derbund.ch/bern/einfamilienhau…er-besetzt/story/26090802

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      Kurz vor dem Mittag bestätigt ein Sprecher der Kantonspolizei die Besetzung. Die Polizei stehe aktuell in Kontakt mit der Eigentümerschaft und prüfe das weitere Vorgehen. Gemäss eigenen Angaben setzt sich das Kollektiv zusammen aus verschiedenen sozialen Hintergründen, Geschlechtern, Jahrgängen und politischen Ideen. «Wir haben es satt, dass bezahlbarer Wohnraum in der Stadt Bern immer seltener wird, Leerstand zum Normalzustand wird und so Menschen, die nicht in das Stadtbild passen, an den Rand der Stadt gedrängt werden», ist in der Mitteilung zu lesen.

      Das Kollektiv brauche Freiräume und Platz für seine Ideen und Träume. Es kämpfe gegen eine triste Gesellschaft mit all ihren Normen.
      Man wolle den Räumen des alten Hauses an der Bitziusstrasse 13 neues Leben einhauchen. Dies will das Kollektiv eigenen Angaben zufolge mit antikapitalistischen, antifaschistischen, queerfeministischen Inhalten gestalten. Die Form des Besetzens sei dabei ein bewusster Ausdruck.

      Die Villa befinde sich in einem schlechten Zustand, wie ein Reporter vor Ort berichtet. Bis auf ein Transparent ist von den Besetzern nichts zu sehen. Die Kantonspolizei Bern äussert sich bis anhin nicht zu der Besetzung. Das Kollektiv «Rosa Bonheur» plant offenbar, nicht nur kurzfristig im Gebäude an der Bitziusstrasse zu bleiben. Es lädt dazu ein, das Projekt etwa bei einem gemeinsamen Abendessen oder beim Gartenumbau zu besuchen.
      bernerzeitung.ch/region/bern/g…se-besetzt/story/20144411
      instagram.com/kollektiv_rosa_bonheur/