Regenwasser filtern

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      Mein Regenwasser läuft in Regentonnen. Ich habe zwar ein kleines Sieb, aber die Pollen gehen durch und das Wasser wird schnell modrig. Die Tonnen stehen i.d. Sonne aber mit Deckel.

      Es ist eher eine Bastelei, ich habe halt gerne Wasser im Fass um mich mal schnell waschen zu können.

      Mir wurden gebastelte Filter empfohlen, aber ich denke ich frage lieber mal ob auch wer schon Erfahrung damit hat?
    • moin,

      ich hab mal im winter mit einem langsamsandfilter rumprobiert. dabei läuft das gesammelte wasser durch einen filter mit filtersand (ich hab nen blaues 30l fass und poolfiltersand ausm baumartk benutzt). wichtig ist, dass das filterelement konstant unter wasser stehen muss, damit sich dort ein mikrobielles (?) milieu bildet.
      dh der zulauf für das zu filterende wasser erfolgte von oben in das filterfass. der ablauf war am boden des fasses aber durch einen schlauch so hoch geführt, dass das fass immer voll mit wasser blieb.

      hat so lala funktioniert, aber der aufbau war auch sehr improvisiert. ich glaube, mit mehr mühe für den aufbau lässt sich da noch mehr machen.
      das wasser war ok zum spülen und duschen.
      wie gesagt, ich hab das im winter probiert, wenn das wasser an sich nicht so schnell kippt.

      aber such doch mal nach langsamsandfiter im netz.

      grüße
    • Wäre mir zu aufwändig. Ist eher ne Spielerei. Anscheinend muss das Ding immer nass sein. Was mich gerade umtreibt ist wie schnell dass Wasser durch geht. Ich vermute langsam, aber dann kann ich nicht nur einen Filtereimer über die Tonne setzen, weil der bei jedem stärkeren Regen sofort überläuft.
    • Die Schwebstoffe (Pollen, Staub etc) sind kein Problem, dafür sind ja die Filter da...

      Tonnen im Schatten ist ganz wichtig, Material muss lichtundurchlässig sein (schwarze IBC, die nicht in die Sonne!!) Und abdecken dass keine Blätter oder Tiere reinfallen, dann hält das etwas länger. Wenn es anfängt faulig zu riechen alles schnell vergiessen und evtl tonne durchwischen. Dann auf nächsten Regen warten Faulwasser durch die Filteranlage verkeimt sämtliche Filterstufen...
      ...bei uns isses so lustig, bei uns ist immer Fasching... :thumbsup: Faschingskasper4Life
    • Der Dreck kommt vom Dach, das ist aber noch kein Jahr alt - also eher Pollen und so.

      Filtern will ich es ja, das war ja meine Frage. Die Tonnen stehen direkt a.d. Bude und es fließt jeweils der Regen von 25qm rein. Der Filter sollte also einiges abkönnen bevor er überläuft.

      Darum denke ich dass ein Eimer, den ich halb als Filter fülle zu klein ist. Ich tendiere im Moment zu einer kleineren Bauwanne (70l) und dann so ein Kohle, Sand, Kies - Filter.

      In den Schatten kann ich die Tonnen nicht stellen, die sind halt mal i.d. Sonne.
    • In Berlin gibt es einen Platz der das mit Pflanzenkläranlagen meistert. Das sind dann auch nur Fässer durch die das Wasser wandert. Wenn es ganz unten ist kommt es mit einer Solarpumpe wieder in den Haupttank. Dadurch bleibt es frisch und fängt nicht zu gammeln an. Stehendes Wasser kippt super schnell.
    • Die Rinnen sind erst ein paar Monate alt, da sollte kein Rost sein.

      Es ist ja eine reine Spielerei, da ich in 25m einen Wasserhahn habe. Heute habe ich mal mit folgendem Filter experimentiert (idealisiert von unten nach oben): Tuch, Aktivkohle, Sand, Kies.

      Ich habe mal Holzkohle genommen und nach einer ersten Wäsche wurde sauberes Wasser auch nicht mehr sehr schmutzig :). Als Sand habe ich Kabelsand genommen (ich habe meinen Abwassertank damit verbuddelt). Der ist ziemlich erdig.

      In einen Eimer habe ich Löcher gebohrt, Tuch rein, gewaschene Holzkohle drüber, Sand drauf, Wasser drauf und mir hat es einfach die Kohle hochgespült und die braune Sandbrühe durchgewaschen. Vermutlich brauche ich gröberen Sand und noch den Kies drüber, damit nicht alles wegspült.

      So ganz glaube ich eh noch nicht a.d. selbstgebastelten Filter, weil jeder normale Regenguss über die Dachfläche sofort überläuft. Aber den Schritt will ich schon noch probieren.
    • Also: mein Regenwasser mit dem Teesieb ist nicht mehr so schmutzig. Das waren wohl wirklich die Pollen im Frühling. Es baden und sterben sehr viele Ohrenkäfer in den Tonnen?!

      Bei meinem Filter geht es mir ja im wesentlichen um den Durchfluss. Ich will nicht, dass der Filter bei jedem größeren Regen überläuft und meine Fundamente wässert.

      Ich habe das Experiment mit dem Eimer wiederholt, diesmal mit Filtersand (10€ im Baumarkt). Der ist minimal 0,7mm groß. Ich habe wieder Holzkohle genommen da ich keine Aktivkohle habe. Darüber Filtersand und darüber Kies. Ca. 10cm im Eimer mit den Dicken 3cm, 5cm, 2cm.

      Im Eimer habe ich 30 10er Löcher gebohrt = ca. 25 cm^2 Fläche. Darauf einen Leinenstoff, darauf Kohle, Sand, Kies.

      Der Eimer hat 25cm Durchmesser und 25cm Höhe. Wenn ich die 15cm mit Wasser fülle, läuft es in 1 1/2 Minuten ab. Also 5l in 90 sec.

      Ich rechne mal in Stunden um um dann auf Regenschauer zurückzurechnen. Die Annahme ist, dass wenn es nicht mehr regnet als der Filter durchlaufen kann, dass er dann nicht überläuft.

      Der Eimer schafft 200l/h. Bei 25m^2 Dachfläche dürfte es also 8l/h regnen. Ich hatte diese Woche, i. der es teils viel geregnet hat max 12l/h und sonst unter 3l/h.

      Auf wunderground wird meine Regenrate gemessen, das verstehe so, dass Regen in Zeiteinheit x hochgerechnet wird auf eine Stunde, ohne dass es eine Stunde so stark geregnet hat. Damit komme ich auf max 40l/h und bei jedem Regenereignis kommt es auf 10l/h.

      Der Testeimer würde also überlaufen.

      Als Parameter sehe ich hier: größeres Sammelvolumen, dünnere Filterschicht und größere Auslauffläche. Ich hätte die Durchflussrate ohne Filterschichten messen sollen, dann könnte man den Einfluss der Filterschichten besser abschätzen.

      Wer hätte es gedacht, man kann einen Durchlauffilter schon verwissenschaftlichen, ohne dass man sich Gedanken über die Filtermechanismen an sich macht :)
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    • Ok das wird mir zu hoch^^ vlt noch interessant: meine Tonne ist dicht. Ich hab nur unten ein Auslassventil und oben die Regenrinnen. Auf meinem Wagenn sind nur selten Insekten, ich hab auch keine Bäume.

      Ich hatte übrigens Mal den Versuch gestartet, 0,5l Flaschen zwischen Regenrinne und Schlauch zu bastel und da einen Tischtennisball reinzupacken, dass dieser als Verschluss dient. In der Hoffnung, dass dieser durch das Wasser nach oben schwimmt und das Wasser durchlässt.aber der Ball ist nicht geschwommen....
      Urlaub auf die Barrikaden! Erstmal nen Molotowcocktail!
    • Ich habe ja zwei Tonnen. In einer ist das Wasser deutlich sauberer. Diese steht zwar im Süden, aber ist etwas von Pflanzen beschattet. Die andere Tonne steht freier und deren Wasser müffelt leicht.

      Also brauche ich eine Beschattung. Ich dachte an Malven säen, damit die im nächsten Jahr schön da stehen. Hanf drängt sich ja auf - aber in Bayern wären ein paar Meter Abstand dann doch sinniger. :)
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    • Ich habe einen neuen Eimer verbaut. Aus Blödheit einen 12l Eimer, auch wenn ich 20l Eimer gehabt hätte.

      Mit dem selben Filtermaterial aber 46 statt 30 Löchern fließen statt 5l in 90 sec jetzt 10l in 2 min ab (etwas anders gemessen). Als Überlauf habe ich so einen Standard Regentonnenablauf, der hat auch 10l in 2 min. Die Tage verbau ich das mal. Wenn es etwas stärker regnet, wird das meiste daneben laufen. Aber jetzt probier ich es mal. Bilder folgen.
    • So, mal nen Update nach einem Jahr: Ich habe immer noch keinen Wasseranschluss und wasche mich und Spüle die ganze Zeit mit Regenwasser. Das war die ganze Zeit über mit dem Teesieb schön klar. I.d. Kanne bildet sich mit der Zeit vielleicht Biofilm, aber mich stört nichts daran. Trinken, Zähneputzen und Kochen tu ich mit Leitungswasser aus Flaschen.

      Auch i.d. Hitzeperioden letztes Jahr war das Wasser schön sauber. Jetzt, mit der Blüte, schwimmt wieder ein Film obenauf und das Wasser beginnt zu müffeln - auch wenn es noch nicht so eine Brühe ist. Austausch durch Regen ist z.Z. halt leider kaum.

      Ich habe nur ein einfaches T-Sieb auf OSB. Das mit dem Sieb geht überraschend gut und die OSB-Platten leben interessanterweise auch noch, auch wenn es im Sommer über der Tonne gut schwitzt.

      Die Blütezeit muss ich jetzt halt abwarten. Hier wurde ja mal eine Teichpumpe empfohlen, weiß nicht, ob die was bringen würde ...
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    • Hier hat der "Biofilm" in der Regentonne über Winter ein Eigenleben entwickelt, dass ich das Wasser selbst dem Hund nicht mehr anbieten konnte. Das stank richtig jauchig. Im Herbst ging das noch.

      Eigentlich geht nur auskippen, austrocknen und ausschrubbern.

      Gibt es noch verträgliche "Zusätze", z. B. für schwer zugängliche Tanks, die man dem Wasser zufügen kann um Algenbeläge usw. zu entfernen?
    • ViNS :

      Zum Filter: Mein Teesieb ist eigentlich ein guter Filter was Blätter und Insekten betrifft. Nur die Pollen kommen durch.

      hey probier doch mal so ne "Demütigungs-Gesichts-Fotze", auch Schutzmaske genannt - und schau mal ob die Pollen durchkommen... :D
    • Kommentar mal ernst genommen: Ein Filter hätte bei nur etwas höherer Regenrate wohl zu wenig Durchlauf und würde überlaufen. Ein Ziel dessen, dass ich ne Regenrinne habe ist, dass es mir meine Fundamente nicht unterspült :) Auch braucht es den Filter anscheinend nur bei der Blüte.

      Dafür ist es jetzt aber auch eine üble Brühe. Die Pollen gehen durch das T-Sieb wie die Coronavieren durch die selbstgenähte Maske.
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