STAND DER DINGE

    • BWP Osterinsel / Köln
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      Osterinsel / Köln schrieb:

      (Was bisher geschah:

      Nachdem in den letzten Jahrzehnten verschiedene Investoren an dem Gelände des alten Schrottplatzes zwischen Alsdorfer Straße, Widdersdorfer Straße, Maarweg und Stolberger Straße interesse gezeigt hatten gibt es nun neue Pläne, eines neuen Investors.
      Im Oktober 2018 erfuhren wir, dass die Pandion AG sich für das große Gelände ein Vorkaufsrecht gesichert hat um dort hochpreisige Wohnungen zu errichten.)

      Seit unserer letzten Pressemitteilung vom 8.11.2018 ist viel passiert.

      Ende November 2018 waren wir gemeinsam uneingeladen bei der Jurysitzung zu Gast, die über finale Architekturentwürfe des geplanten Wohnblockes des Pandion AG neben unserem Bauwagenplatz entschied.
      Im Dezember 2018 gab es ein Protestsingen der Wagenplätze und des autonomen Zentrums auf Weihnachtsmärkten, bei denen umgedichtete Weihnachtslieder auf die drohende Verdrängung der Projekte aufmerksam machten.
      Im Februar 2019 wurde das Stadthaus Deutz symbolisch besetzt, da dort die verschiedenen Ämter ansässig sind, die unter anderem für die Planung der Stadtentwicklung und die Verwaltung von städtischen Grundstücken zuständig sind, sowie Ordnungsamt und Bauamt. Diese Ämter üben entscheidenen Einfluss aus, wenn es um den Erhalt von unkommerziellen Projekten auf städtischem Grund und Boden geht.
      Außerdem haben wir viele Briefe an PolitikerInnen geschrieben, Pressearbeit gemacht und uns mit unseren NachbarInnen vernetzt, die auf der, von uns aus gesehen, anderen Seite des Schrottplatzes leben und eine Nachbarschaftsinitiative gegründet haben, um ihren Einwänden zu dem Bauvorhaben gehör zu verschaffen.

      Anfang des Jahres wurden wir und auch die Nachbarschaftsinitiative von den PolitikerInnen der Stadtteile Braunsfeld und Ehrenfeld zu einem Gesprächstermin eingeladen, welcher Mitte März 2019 stattfand.
      Wir haben die Gelegenheit genutzt um noch einmal von Angesicht zu Angesicht unsere Standpunkte vorzutragen, Fragen zu stellen und Fragen zu beantworten.
      Im Laufe des Gesprächs wurde klar, dass das Bauvorhaben nicht in der vom Investor geplanten, großen Version realisiert werden kann, da diese Version den Rahmenplan missachtet.
      VertreterInnen des Bauplanungsamtes legten Pläne des Investors vor, die nun doch die Gleisharfe, welche 2004 per BürgerInnenbescheid als Grünfläche im Rahmenplan festgelegt wurde, unberührt ließen.
      Es wurde der Stadt vorgeschlagen das REWE Grundstück (die Gleisharfe, die besagte Grünfläche im Rahmenplan) zu kaufen, da sie womöglich ihr Vorkaufsrecht geltend machen könne und so den Bauwagenplatz, sowie das Wäldchen retten könne.
      Das Gespräch verlief durchaus positiv und es gab viele Personen aus der Politik, von denen wir das Gefühl haben, dass sie uns unterstützen möchten.

      Doch noch sind keine weiteren handfesten Entscheidungen gefallen.

      Ende März 2019 waren wir nochmal bei einer Sitzung des Rahmenplanungsbeirats.
      (Der Beirat berät die Bezirksvertretungen Lindenthal und Ehrenfeld in allen planerischen Angelegenheiten zu Braunsfeld, Müngersdorf und Ehrenfeld. Dieses Gremium hat keine Entscheidungsmacht.)
      Auch hier wurde von Seiten des Bauplanungsamtes die „kleine“ Lösung des Investors Pandion vorgeschlagen, welche das Gelände des Bauwagenplatzes zumindest weniger beengt.
      Weniger beengt, das bedeutet, dass noch nicht festgelegt wurde wo die Baustellen Ein- und Ausfahrt langführen wird, ob wir währed der Bauphase von der Grundstücksgrenze wegrücken müssen, ob während der Bauphase ein leben auf dem Bauwagenplatz auf Grund von Lärm, Staub und Gedränge noch lebenswert ist.
      Es wurde besprochen, dass der Vorschlag, die Stadt könne das REWE Grundstück kaufen, geprüft wird.
      Außerdem möchte der Rahmenplanungsbeirat weiterhin das Bürgerbeteiligungsmodell 3 für den weiterem Planungsverlauf des Bauvorhabens vorschlagen.
      In beiden Sitzungen wurde auch wieder der geplante Fahrradweg erwähnt, welcher früher oder später über unser Gelände führen soll. Zu dem Fahrradweg wurden viele Ideen formuliert, z.B. dass der Wagenplatz nebem dem Fahrradweg integrativ bestehen bleiben könnte.

      Wir genießen alle uns positiv gestimmten Gespräche und Inaussichtstellungen zunächst einmal mit Vorsicht, da noch keine Entscheidungen getroffen wurden.

      Natürlich freuen wir uns erst einmal, dass der Investor sein Bauvorhaben zumindest zu unseren Gunsten und zu Gunsten der Natur und der Gleisharfe in einer kleineren Version plant.
      Trotzdem steht noch immer fest: Pandion als Investor auf dem Wohnungsmarkt ist das letzte was diese Stadt braucht. Die Menschen brauchen bezahlbaren Wohnraum, doch hier sollen Luxuswohnungen entstehen. Wir sind nach wie vor gegen dieses Bauvorhaben, das die Gentrifizierung vorantreibt und somit den Zerfall einer lebenswerten Stadt bedeutet.

      Fest steht: Wir bleiben hier und wir bleiben am Ball und wir versuchen euch auf dem laufenden zu halten!

      Quelle: bwp-koeln.de/stand-der-dinge/