Wagenplatz-Freunde schreiben offenen Brief an Jenas OB

    • Radaue / Jena
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      jena.tlz.de schrieb:

      Jena . Der Wagenplatz Rad-Aue ist seit Ende Januar Geschichte, jetzt melden sich die Freunde des Wohnprojektes zu Wort. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören mehr als 20 Vereine, Initiativen und Einrichtungen, darunter das Theaterhaus, das Frauenzentrum Towanda , der Kassablanca Gleis 1 e.V. und der Förderverein des Knabenchores der Jenaer Philharmonie. "Im Ergebnis ist Jena nun - wie wir hoffen: vorerst - um einen wichtigen Ort der Soziokultur, den der Wagenplatz darstellte, ärmer", heißt es in dem Schreiben über den Kurs des Oberbürgermeisters.


      jena.tlz.de schrieb:

      Sehr geehrter Herr Nitzsche, zu Ihrem Dienstantritt ließen Sie sich in der OTZ und der TLZ mit den Worten wiedergeben, die städtische Kultur werde in Ihrer Amtszeit nicht geschliffen. Leider mussten wir in den Auseinandersetzungen um den Wagenplatz Rad-Aue in Jena-Löbstedt erleben, dass Sie sich sowohl gegen die Mehrheit im Stadtrat als auch gegen den Erhalt des Wagenplatzes gestellt haben. Im Ergebnis ist Jena nun - wie wir hoffen: vorerst - um einen wichtigen Ort der Soziokultur, den der Wagenplatz darstellte, ärmer.
      Ein Jahr dauerte die Duldung des selbstverwalteten Wagenplatzes Rad-Aue am Steinbach . In diesem Zeitraum wurden eine Vielzahl von teilweise regelmäßigen Veranstaltungen von und mit den Bewohner*innen organisiert, darunter Konzerte, Workshops, Filmabende und -diskussionen sowie eine Fahrradwerkstatt. Kurz, der Wagenplatz Rad-Aue war, und wird dies hoffentlich in baldiger Zukunft auch wieder sein, ein lebendiger Ort des Austausches, der Kultur und des solidarischen Miteinanders.
      Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass sich die Mehrheit des Stadtrats für eine Legalisierung und gegen die Räumung des Wagenplatzes Rad-Aue aussprach. Demgemäß wird die Verwaltung aufgefordert nach legalen Lösungen für den Wagenplatz zu suchen. Genau wie die Mehrheit des Stadtrats sind wir der Auffassung, dass der Wagenplatz Rad-Aue erhaltenswert gewesen wäre. Andere Städte, wie etwa Rostock , haben dies längst vorgemacht und legale Lösungen für Wagenplätze gefunden. Ihr Verweis auf die Bundesgesetzgebung lenkt von bestehenden Handlungsoptionen vor Ort ab.
      In diesem Sinne hoffen wir, dass es schon bald wieder einen neuen Wagenplatz in Jena geben wird. Sollte sich diese Situation einstellen, appellieren wir an Sie ihre Blockadehaltung aufzugeben sowie sich für eine gestaltende und konstruktive Lösungsfindung in unserer Stadt einzusetzen und den mehrheitlichen Beschluss im Stadtrat anzuerkennen. Den Bewohner*innen des Wagenplatzes wünschen wir viel Kraft und dem Stadtrat auch weiterhin eine so erfreulich konsequente Haltung in dieser Frage.
      Mit besten Grüßen Freundinnen & Freunde des Wagenplatzes RadAue und folgende Jenaer Vereine & Organisationen:
      Freie Bühne Jena ; Frauenzentrum Towanda Jena e. V.; Demokratischer Jugendring Jena e.V. Ortsvorstand der IG Metall Jena-Saalfeld/Gera; ver.di-Ortsvereinsvorstand Jena/SHK; Theaterhaus Jena gGmbH; Beirat für Soziokultur; Cellu L'Art Kurzfilmfestival; JuMäX Jena e.V.; Studierendenrat der EAH Jena ; Studierendenrat der FSU Jena ; Kulturreferat des StuRa FSU Jena ; Bürgerinitiative für Soziales Wohnen Jena ; Offbeatclub Jena ; Rocksteady-Lions e.V. ; SC Roter Stern Jena e.V.; Die Falken, Kreisverband Jena ; Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus ; Freiraum-Jena e.V.; Kassablanca Gleis 1 e.V.; Hintertorperspektive e.V.; ParadieschenProjekt. Solidarische Landwirtschaft in Jena ; Bund Deutscher Pfadfinder_innen Landesverband Thüringen e.V.; Förderverein des Knabenchores der Jenaer Philharmonie e.V.; Naturschutzjugend Thüringen