Revolte Springen - Plenum

Das Revolte Springen Abschiedsalbum "Tschüß, die Bande." erscheint am 28.November 2015

revolte-springen.de

Auflösungserklärung

Das ist es also: das Ende.

Ohne großen Knall – und doch fühlt es sich für einige von uns dramatisch an. Nach 14 Jahren Ideen, Melodien, Musik, Musicals, Theater, endlosen Plena, zahllosen Touren und politischen Debatten haben wir uns entschieden, Revolte Springen zu einem Ende zu führen.

Es ist schwierig zusammenzufassen, was uns zu dieser Entscheidung geführt hat. Um genau zu sein und allen Aspekten gerecht zu werden, müssten wir uns wahrscheinlich zusammen hinsetzen und mit den Leser*innen dieser Erklärung ein längeres Gespräch führen. Aber da wir gerade nicht Raum und Zeit teilen, versuchen wir, es in wenigen Worten auszudrücken:

Revolte Springen hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten immer wieder gewandelt und weiterentwickelt. In dieser Zeit waren über 25 wechselnde Personen Teil unseres Projekts. Verschiedenheit und unterschiedliche Lebenserfahrungen waren immer ein Teil unserer Stärken. Revolte Springen war für uns nicht nur eine Band, sondern unsere Wahlfamilie und ein Ort, an dem wir miteinander diskutieren und wachsen konnten.

Revolte Springen war für uns immer ein Stück gelebte Utopie. Die Band war für uns so etwas wie ein Werkzeug, um unsere Sicht auf die Welt zu transportieren und unsere "Wahrheiten" zu verbreiten. Es ging uns dabei um viel mehr als um den Spaß am Musikmachen oder darum, auf der Bühne zu stehen. Wir haben uns immer als einen Teil der undogmatischen radikalen Linken verstanden, als Aktivist*innen mit Instrumenten, als linksradikales Kollektiv.

Entscheidungen nach dem Konsensprinzip zu treffen, ist zu einem gewissen Teil aber auch immer anstrengend. Ein funktionierendes Kollektiv verlangt allen Mitgliedern ab, dass sie nicht nur ihre eigenen Bedürfnisse durchsetzen wollen, sondern auch ein Gespür dafür entwickeln, was die anderen, was die Gruppe braucht. Eine Gruppe, in der alle Mitglieder als Erstes an ihre eigenen Interessen denken, ist zum Scheitern verurteilt.

Wir haben viele Jahre sehr gut miteinander "funktioniert". Wir haben uns viel Zeit genommen, Konflikte zu klären sowie uns gegenseitig zu unterstützen, und wir haben dabei sehr viel voneinander gelernt. Aber nun sind wir an einen Punkt gekommen, an dem sich bei einigen von uns eine Gruppenmüdigkeit eingestellt hat. Das liegt an unterschiedlichen Interessen oder einfach an der Lust, mal was Neues zu machen. Daher trennen sich an diesem Punkt unsere Wege.

Für einige von uns kommt dieses Ende überraschend. Für einige von uns ist es ein Neuanfang und dieser für einige schon länger überfällig. Wir haben kontrovers darüber geredet, ob und wie wir das zu einem Ende bringen. Ja, es gab darüber Streit und Frustration, aber immer auch eine große Portion guten Willen, Liebe und Respekt füreinander.

Wir werden uns sicher alle weiter in kollektiven Strukturen bewegen und auch Musik machen, aber zukünftig halt in anderen Konstellationen. Die Lücke, die jetzt in unseren Leben entsteht, schafft Platz für Neues.

Wir werden am 28. und 29. November 2015 noch zwei Abschiedskonzerte im Berliner Supamolli spielen und im Herbst/Winter 2015 ein Abschiedsalbum veröffentlichen.

Wir hatten sehr viele gute Jahre miteinander und sind dankbar für all die Unterstützung, die wir dabei erfahren haben. Es freut uns sehr zu wissen, wie sehr wir andere mit unseren Auftritten unterstützen konnten. Das, was wir alle miteinander teilen konnten, ist wertvoll und wird nie verloren gehen.

Revolte Springen ist tot! Es lebe die Revolte!

Revolte Springen Herbst 2015

Kommentare 1

  • anna -

    So ein passendes Lied! Glaub wir führen das jetzt bei uns ein :D