Die Bewohner*innen der Burgstraße 36, Flensburg laden ein!

Mittwoch, 9. Oktober 2019


  • Einladung
    Am Mittwoch, 09.10.2019 öffnen wir die Türen für unsere Freunde,
    Unterstützer und interessierten Nachbarn von 15.00 bis 20.00 Uhr, um uns
    und das Haus vorzustellen.



    Pressemitteilung 04.10.2019
    Bekanntgabe der Rückgewinnung von sozialem Wohnraum in der Burgstraße 36
    Hiermit geben wir den Bezug des Hauses Burgstraße 36 in Flensburg bekannt.
    Wir wollen hier Wohnraum für Menschen schaffen, die von akuter
    Wohnungsnot betroffen sind und aufgrund finanzieller und in Folge dessen
    sozialer Benachteiligungen auf dem Wohnungsmarkt chancenlos sind. Das
    Haus soll den Menschen dieser Stadt wieder als sozialer Wohnraum zur
    Verfügung stehen, statt spekulativen Interessen zu dienen und somit dem
    Wohnungsmarkt vorenthalten zu werden.

    Hintergründe
    Das Haus wird von der Stadt seit Jahren massiv vernachlässigt. Es wird
    sich nicht um neue Mieter*innen gekümmert, nur eine Wohnung im Haus ist
    vermietet, während der Rest des Hauses seit mind. 3 Jahren leer steht.
    Als Begründung wird behauptet, das Haus sei unbewohnbar, was in unseren
    Augen einen Widerspruch und eine Unwahrheit darstellt, da ein
    bestehendes Mietverhältnis existiert und der Rest des Hauses als maximal
    leicht renovierungsbedürftig einzuschätzen ist.
    Da das Haus bislang Eigentum des städtischen Sanierungsträgers „IHR“
    ist, stellt dieser Zustand eine absolut nicht hinzunehmende Verschärfung
    der miserablen Situation auf dem regionalen Wohnungsmarkt dar. Während
    viele Menschen in Flensburg auf der Straße leben müssen, lässt die Stadt
    bewusst Wohnraum leer stehen und verfallen.

    Gentrifizierung
    In den nächsten Jahren sollen auf dem Nachbargrundstück offenbar
    Luxuswohnungen und eine pädagogische Einrichtung entstehen. Dadurch wird
    ersichtlich, dass die Stadt ein Interesse daran hat, den Stadtteil für
    finanziell besser gestellte aufzuwerten und somit die bisherigen
    Bewohner*innen des Viertels zu verdrängen. Es liegt der Verdacht nahe,
    dass das denkmalgeschütze Gebäude von der Stadt absichtlich dem Verfall
    überlassen wird, um einen Abriss zu legitimieren.
    Ausverkauf unserer Stadt
    Seitens der Stadt wird von einem angeblich angestrebten Verkauf
    gesprochen. Dies hätte eine Luxussanierung und erhebliche
    Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt zur Folge.

    Somit würden die entstehenden Wohnungen dem sozialen Wohnraum weiterhin vorenthalten.
    Von einem solchen Verkauf profitieren lediglich skrupellose Investoren
    und Spekulanten, die Menschen dieser Stadt gehen wieder einmal leer aus.
    Wie die Stadt Flensburg mit unser aller Eigentum umgeht, sehen wir z.B. seit 2016 am Harniskai.
    Dort wurde das soziokulturelle Wohn- und Kulturprojekt
    „Luftschlossfabrik“ für mehr als eine halbe Million Euro Steuermittel
    brutal geräumt, um die unkommerzielle Nutzung des Geländes durch
    selbstorganisierte Kulturschaffende zu unterbinden. Seitdem liegt das
    Gelände brach und wird dadurch den Menschen dieser Stadt vorenthalten.

    Aus aktuellem Anlass...

    Solidarische Grüße senden wir an unsere Genoss*innen in den besetzten
    Häusern, Wäldern und Wagenplätzen und an die infolge ihres Engagement
    von Repressionen betroffenen Aktivist*innen.
    Für mehr alternativen Wohn-und Lebensraum! Gegen die neokapitalistische Verwertungslogik!
    Die Bewohner*innen der Burgstraße 36.

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