"Subkultur gehört nicht ins Nirwana, sondern in die Stadt"

    • Rad und Tat / München

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    • "Subkultur gehört nicht ins Nirwana, sondern in die Stadt"

      Süddeutsche schrieb:

      15 Erwachsene, mehr als 15 Kinder und Jugendliche. Vom Schreiner bis zum Politikwissenschaftler, vom Bildhauer bis zum Physiker, von der Sprachtherapeutin bis zum Cutter. Ganz normale Menschen mit ganz normalen Berufen, Jannis Hirschmann betont das extra. Anscheinend muss man das, wenn man einen Lebensstil im Sinn hat, der von dem abweicht, was für die Mehrheit normal ist - drei Zimmer, Küche, Bad. Hirschmann und seine Mitstreiter stellen sich eher so etwas vor wie: Wohnwagen, Klowagen, Wiese.
      Dafür wollen sie einen Wagenplatz gründen, es wäre neben "Stattpark Olga" und "Hin und weg" der dritte in München. Doch zurzeit sieht es nicht so aus, als würde dieser Traum bald wahr. Das hat damit zu tun, dass Grundstücke in München rar sind. Einiges deutet aber auch darauf hin, dass die Politik solche Projekte zumindest nicht mehr aktiv unterstützen will.
      Fast ein Jahr lang werden sie hingehalten, ein Referat verweist auf das andere, so kommt es den Leuten von "Rad und Tat" vor. Schließlich erfahren sie, dass es drei Probleme gebe: Erstens sei der Bahnlärm viel zu laut; zweitens erscheine das Problem des Rauchabzugs als nicht lösbar, weil das Grundstück in einer Senke liege; drittens seien Wagenburgen grundsätzlich in Baugebieten ohnehin nicht zulässig.
      Auf all das verweist auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in einem Schreiben an den Verein vom 28. Februar. Die Stadt könne weder für dieses Areal "noch für weitere Liegenschaften im Stadtgebiet München den Abschluss eines Grundstücksmietvertrages anbieten". Bei den schon lange bestehenden Projekten Stattpark Olga sowie Hin und Weg verhalte es sich insofern anders, "als diese bisher städtische Flächen belegt hatten, die im öffentlichen Interesse dringend frei gemacht werden mussten". Es ist also wohl schwieriger, etwas Bestehendes zu verbieten als etwas Neues zuzulassen. "Olga" ist seit der Gründung vor acht Jahren mehrmals umgezogen - immer waren sie auf städtischen Grundstücken. Auch für "Hin und Weg" ist die Stadt derzeit die Vermieterin.